Immer wieder läuft man sich über dem Weg, einmal in der Stadt und dann wieder bei einem sonstigen Ereignis. Nie mehr als ein paar kurze Sätze, jeder hat zu tun und so seine Sorgen mit Job und Familie, da sollte man doch wieder einmal mehr Zeit für einen Klönschnack unter Freunden haben. Mehrere Anfragen über das Jahr, von ehemaligen Teilnehmern unserer „Regatta“, machten die erhoffte Neuauflage realistisch. Anfang September 2003 setzten wir uns im Organisationskomitee zusammen und beschlossen eine gezielte Umfrage zu starten. Mit einem Schlag waren da acht fix Genannte und bis Ende des Monats sollten es bereits wieder elf sein.
Das war ein Auftrag für uns.
Als Termin war die KW 40, das war die Woche vom 26.9.-2.10., gedacht. Im OK waren wir uns einig, dass wohl unser Konzept vor zwei Jahren aufgegangen ist und wir die Neuauflage genauso abhandeln sollten. Die Aufgaben waren dann bald verteilt, jeder bekam etwas zum Nachdenken und Überlegen, den Job des Managers allerdings hat man wieder mir angehängt, bin ich doch der einzige „Rentner“ im Feld und habe sonst „ohnedies nichts zu tun“. Mit dieser „Ehre“ bedacht ging ich ans Werk. Im Rahmen einer Veranstaltung des Segelverbandes im Mai lernte ich Klaus Pitter kennen und an ihn richtete ich einmal die Frage ob er 10-15 baugleiche Schiffe an der Hand hätte. Er hatte, BAVARIA 36 und das auch noch zu einem guten Preis. Leider lagen die Schiffe nicht alle in BIOGRAD sondern zum Teil auch in MURTER. Es wäre schön gewesen gemeinsam von einem Standort zu starten, mir war jedoch von Anfang an klar, dass das nur schwer zu realisieren sein würde. Egal. Zu allererst musste die Willenserklärung der Interessenten einmal in bare Münze umgesetzt werden und als das bei einer Skipperbesprechung in der ersten Oktoberhälfte der Fall war konnten wir an die Detailplanung denken.
Also, da waren als Standorte BIOGRAD und MURTER und hier zwei Marinas, wobei die JEZERA noch dazu ungünstig lag, musste man doch, um nach Norden zu kommen, die Insel südlich runden. Die Überlegung dazu: Wohin legen wir ob dieser Tatsache unseren Treffpunkt ? Hier bot sich wieder die U.SOLINE an, gibt es da doch Platz genug und die Anreise von den verschiedenen Basen sollte für keine Crew ein Problem sein. Störend vor zwei Jahren war nur, dass sich damals jedes Schiff an eine Boje legte und somit das Miteinander nicht so richtig zustande kam. Diesmal wollten wir es besser machen und das gesamte Feld in einem Paket vereinen und dazu auch das schon einmal angedachte Grillfest durchführen.
Niemand von uns war da allerdings jemals an Land, es gibt aber eine flache Stelle im Süden und sollte es da nicht möglich sein, konnte jeder seinen Braten am Schiff in die Pfanne werfen. Weiters gab es den Bus, eine Regattaleitung, Marinaliegeplätze, Andenken, T-Shirts und das Abschlussessen zu organisieren. Ein bunter Strauß also, aber einmal ins Wasser geworfen musste ich schwimmen um nicht unterzugehen. Vorrangig war da zuerst einmal das Start-Ziel-Schiff und da hatten wir Glück. Mit Heli Frauwallner, der das Schiff stellte und Ludwig Riedler als Regattaleiter hatten wir eine kompetente Lösung. Das Wesentliche war somit Ende des Jahres getan, für alles andere war nun Zeit genug vorhanden. Durch Mundpropaganda erhöhte sich unser Feld bis Ende Januar auf 15 Schiffe Erfreulich war, dass auch diesmal eine Damencrew, geführt von Lydia Reinprecht, mit von der Partie war.
Das Event
Das Frühjahr und der Sommer gingen ins Land und als alles unter Dach und Fach war, waren auch schon die Seesäcke zu packen. Der Abreisetag zeigte sich nicht von seiner besten Seite. Dicke Wolken hingen am Himmel und auch so mancher Tropfen fiel daraus. Dazu war die Temperatur alles andere als angenehm. Einige Crews fuhren mit eigenem Auto, wohlbepackt mit Kühltruhen und erlesenen Inhalten. Der Großteil der Teilnehmer, immerhin 50 von 78 vertrauten sich allerdings dem Bus von WEISS-REISEN an und fröstelnd krochen wir in dessen Sitze. Bald jedoch und zum Teil war das auch den mitgebrachten „Seelenwärmern“ zu verdanken, verbreitete sich eine gemütliche Atmosphäre. Angenehm waren auch die kurzen Stopps an den Grenzen. Niemand brauchte ein Pass zu zücken und so blieb mehr Zeit für die heftig geforderten Rauchaufenthalte. Auf der fast fertigen Autobahn in Kroatien kamen wir rasch südwärts, leider durften wir nicht durch die „Röhre“ am Velebit. Zu heftig war die Bora und so blieb uns nur die Möglichkeit über Gracac auszuweichen. Egal, der Umweg über das Gebirge konnte unsere Ankunft nur verzögern aber nicht verhindern.
Für uns, Reiner Fricke, Dieter Gogg und mich mit Crews, die wir in der Marina JEZERA „beheimatet“ waren, ging der restliche Nachmittag und Abend mit der Schiffsübernahme und einem guten Essen im Marinarestaurant zu Ende. Gut satt und doch auch müde ließen wir uns von den singenden Wanten – die Bora blies recht ordentlich – in den Schlaf wiegen Am Morgen des 26.9. hatte sich die Wettersituation nicht geändert. Der Himmel war bedeckt und die Temperatur entsprechend kühl. Die Bora pustete sich die Seele aus dem Leib und uns mit teilweise 38 kn Wind zu unserem Treffpunkt in die U.SOLINE. Es war absolut geiles Segeln, in Lee von Murter, im flachen Wasser und mit gerefftem Tuch. Seglerherz was willst du mehr. Zum totalen Glück fehlte nur die Sonne.
Knapp vor Mittag waren wir vor der Einfahrt in die U.SOLINE, einfach zu früh um aufzuhören. Das Wetter hatte sich auch gebessert und die Sonne wärmte unseren Körper angenehm, also segelten wir weiter nach Norden und gedachten vor dem PLIC BALABRA unseres Freundes Erich. Ein Schluck Whisky für ihn und einer für uns bevor wir wendeten und zum Treffpunkt zurückkehrten.
Da war einmal Arbeit angesagt.
Entgegen unserer Vereinbarung lag jedes Schiff an einer gesonderten Boje. Zwar hatte es vor unserem Eintreffen noch heftige Böen gegeben, nun war es ruhiger und wir verholten Schiff für Schiff zu einem Paket. Das erste ging an die Boje, jedes dritte danach brachte einen Anker aus um das Feld zu stabilisieren.